HDR erklärt: HDR10, Dolby Vision, HDR10+

HDR erklärt: HDR10, Dolby Vision, HDR10+

Mattscheibos Redaktion
4 Min. Lesezeit

Was ist HDR?

HDR steht für High Dynamic Range (hoher Dynamikumfang) und beschreibt eine Technologie, die den Helligkeits- und Farbumfang von Videoinhalten deutlich erweitert. Im Vergleich zu SDR (Standard Dynamic Range) bietet HDR:

  • Hellere Spitzlichter: Sonnenstrahlen, Explosionen und Reflexionen leuchten realistischer
  • Tiefere Schatten: Mehr Details in dunklen Bildbereichen
  • Mehr Farben: Breiterer Farbraum für sattere, natürlichere Farben
  • Höherer Kontrast: Der Unterschied zwischen dunkelsten und hellsten Bildteilen ist deutlich größer

SDR vs HDR: Der Unterschied

Stellen Sie sich eine Sonnenuntergang-Szene vor:

  • SDR: Die Sonne ist ein heller Fleck, der Himmel gleichmäßig orange, Details in den Schatten gehen verloren
  • HDR: Die Sonne strahlt blendhell, der Himmel zeigt einen Farbverlauf von Rot über Orange bis Violett, und selbst in den Schatten erkennen Sie Details

Der Unterschied ist sofort sichtbar und einer der größten Qualitätssprünge in der TV-Technologie der letzten Jahre.

Die HDR-Formate im Überblick

HDR10 — Der Basis-Standard

HDR10 ist das am weitesten verbreitete HDR-Format und wird von jedem HDR-fähigen TV unterstützt.

Technische Details:

  • 10-bit Farbtiefe: Über 1 Milliarde Farben (vs. 16,7 Millionen bei SDR)
  • Statische Metadaten: Ein fester Helligkeitswert für den gesamten Film
  • Open Standard: Lizenzfrei, daher von allen Herstellern unterstützt
  • Maximale Helligkeit: Bis 4.000 Nits (theoretisch)

Vorteile: Universelle Kompatibilität, lizenzfrei Nachteile: Statische Metadaten können nicht szenenweise optimieren

Dolby Vision — Das Premium-Format

Dolby Vision ist das technisch fortschrittlichste HDR-Format, entwickelt von Dolby Laboratories.

Technische Details:

  • 12-bit Farbtiefe: Über 68 Milliarden Farben
  • Dynamische Metadaten: Szene-für-Szene oder sogar Frame-für-Frame Optimierung
  • Maximale Helligkeit: Bis 10.000 Nits (theoretisch)
  • Rückwärtskompatibel: Enthält immer auch einen HDR10-Layer

Varianten:

  • Dolby Vision: Standard für Streaming und Blu-ray
  • Dolby Vision IQ: Passt die Darstellung an das Umgebungslicht an
  • Dolby Vision Gaming: Optimiert für Spieleinhalte (z.B. auf LG OLEDs)

Vorteile: Beste Bildqualität, szenenweise Optimierung, breite Streaming-Unterstützung Nachteile: Lizenzgebühren, Samsung unterstützt Dolby Vision nicht

Unterstützt von: LG, Sony, Philips, Panasonic, Hisense, TCL Nicht unterstützt: Samsung (alle Modelle)

HDR10+ — Samsungs dynamische Alternative

HDR10+ ist Samsungs und Panasonics Antwort auf Dolby Vision — ebenfalls mit dynamischen Metadaten.

Technische Details:

  • 10-bit Farbtiefe: Wie HDR10
  • Dynamische Metadaten: Szenenweise Optimierung
  • Maximale Helligkeit: Bis 4.000 Nits
  • Open Standard: Lizenzfrei

Vorteile: Dynamische Metadaten ohne Lizenzgebühren Nachteile: Weniger Content-Unterstützung als Dolby Vision, nur 10-bit

HLG — Für Live-TV

HLG (Hybrid Log-Gamma) ist ein HDR-Format, das speziell für Fernsehübertragungen entwickelt wurde.

Besonderheiten:

  • Rückwärtskompatibel mit SDR-Fernsehern
  • Kein Internet-Streaming nötig
  • Ideal für Sport und Live-Events
  • Von allen HDR-TVs unterstützt

HDR-Formate im Vergleich

Eigenschaft HDR10 Dolby Vision HDR10+ HLG
Farbtiefe 10-bit 12-bit 10-bit 10-bit
Metadaten Statisch Dynamisch Dynamisch Keine
Max. Helligkeit 4.000 Nits 10.000 Nits 4.000 Nits 1.000 Nits
Lizenzkosten Kostenlos Ja Kostenlos Kostenlos
Content-Verfügbarkeit Sehr hoch Hoch Mittel Live-TV
Samsung-Support

Worauf sollte man beim TV-Kauf achten?

Mindestanforderungen für gutes HDR

Ein TV muss mehrere Kriterien erfüllen, um HDR überzeugend darzustellen:

  1. Helligkeit: Mindestens 600 Nits für brauchbares HDR, ab 1.000 Nits wird es richtig gut
  2. Kontrast: Local Dimming oder OLED für echte HDR-Wirkung
  3. Farbraum: Mindestens 90% DCI-P3 Abdeckung
  4. 10-bit Panel: Für saubere Farbverläufe ohne Banding

Budget-TVs und HDR

Vorsicht: Viele günstige TVs werben mit "HDR-Unterstützung", können HDR aber kaum überzeugend darstellen. Ein TV mit 350 Nits Helligkeit und dem Label "HDR10" zeigt den HDR-Content zwar an — aber der Unterschied zu SDR ist minimal.

Streaming-Dienste und HDR

Dienst HDR10 Dolby Vision HDR10+
Netflix Teilweise
Disney+
Amazon Prime
Apple TV+
YouTube

Fazit

HDR ist einer der wichtigsten Qualitätsfaktoren beim TV-Kauf. Priorisieren Sie Dolby Vision, wenn Sie keinen Samsung-TV kaufen — es bietet die beste Bildqualität. Samsung-Käufer sind mit HDR10+ gut bedient. Am wichtigsten ist aber die tatsächliche HDR-Leistung des TVs: Helligkeit, Kontrast und Farbraum entscheiden mehr als das unterstützte Format.

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